Tag 10 & 11: Sich auf den Weg machen

Im Hotel begann der Tag wie gewohnt mit unserem klassischen Frühstück mit Rührei, Bacon und Käsebrötchen und dem anschließenden Morgenimpuls durch unseren Pfarrer Andreas. Wetterbedingt – durch wieder einmal strömenden Regen und gefühlten 10 Grad – sind wir auch diesmal auf das Dach des Hotels ausgewichen, was für den Ein oder Anderen durchaus bequem und gern genommen war. Denn auf so starken Regen wie die letzten Tage waren viele nicht vorbereitet. Selbst die älteren Brasilianer die wir getroffen haben, konnten sich nicht erinnern, wann der letzte nass-kühle Juli dieser Art war. Dennoch- der Ausblick vom Hoteldach war wieder einmal atemberaubend.

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Pfarrer Andreas stellt uns heute Teilhard de Chardin vor, der als Vertreter der modernen Mystik Glaube mit Wissenschaft verbunden sah. „Das  Bestreben, wissenschaftliche Kenntnisse mit christlichen Glauben zu verbinden wurden durch ihn als genialer schöpfungstheologischer Entwurf gesehen, welcher  anfangs bei der Amtskirche auf massiven Widerstand stieß. Mitte des 20. Jahrhunderts formulierte er die These, dass der Mensch als bewusstes Molekül und der Gott als die Seele der Evolution gilt“. Mit diesen Worten eröffnete Andreas die Andacht und regte jeden Einzelnen zu ganz eigenen Gedanken an.

Mit dieser gelungenen Einstimmung und einer gefühlten Grundstimmung von „sich auf den Weg machen“ gingen wir später dann zum Strand der Copacabana um mit dem Heiligen Vater und mehr als drei Millionen Pilgern eine Vigilfeier zu begehen. Die Straße vor unserem Hotel war bereits komplett gesperrt, um den Jugendlichen einen kilometerlangen Pilgerweg zum Strand zu ermöglichen. Ein Bild was unvergessen bleibt, überall junge Menschen die friedlich zusammen schaukeln, beten und immer wieder diese großartigen Begegnungen mit herzlichen Gesprächen und Austausch von Präsenten des jeweiligen Heimatlandes. Als dann auch noch gemeinsam getanzt wurde und die gesamte Copacabana im Rhythmus der Musik tanz und sogar die Bischöfe auf der Hauptbühne mitmachen, brechen auch bei dem letzten bei uns alle Dämme. Alle sind gekommen um gemeinsam zu sein und der Glaube scheint die Menschen tief aus dem Herzen bis in Zehenspitzen zu vereinen.

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In der Nacht zum darauf folgenden Tag übernachteten unzählige Pilgermit Schlafsäcken am Strand der Copacabana und feierten dort am nächsten Morgen die große Abschlussmesse des Weltjugendtages mit „Papa Franziskus“.

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Dem Gottesdienst wohnten unter anderem die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, Argentiniens Staatschefin  und Boliviens Staatschef bei.  Am Ende des Gottesdienstes gab Papst Franziskus den Ort des nächsten Weltjugendtages 2016 in Krakau bekannt.

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Nachdem unserer erster geplanter Ausflug zur Christusstatue vor zwei Tagen wegen dem Regen ausgefallen ist, wollen wir es heute noch einmal probieren und hoffen gebannt ob denn das Wetter diesmal mitspielt. Kurz nach dem Aufstehen renne ich zum Fenster um zu schauen ob sich die tief hängenden Regenwolken verzogen haben. Und siehe da, man kann nach Tagen wieder, anstatt schwarz graues Nass, einen blauen Himmel bewundern und es scheint ein sonniger Morgen zu werden. Wunderbar. Ohne Zweifel – für viele ist dies das touristische Ausflugs-Highlight!

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Auf geht`s zum  Corcovado. Der  710 Meter hohe Corcovado, übersetzt „Bucklige Berg“, mitten in Rio ist der weltweit höchste natürliche Aussichtspunkt und hat uns alle magisch in seinen Bann gezogen.

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