Tag 4: Zeit für sich

Heute ist unser erster Sonntag in Rio. Nach dem Frühstück geht es mit eigens angemieteten Jeeps, „Open Air Feeling“ inklusive, zu einem brasilianischen Gottesdienst in die Santa Margarita Maria Kirche.

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Und die traumhafte Lage im Stadtteil Lagune beeindruckt dabei nicht nur unseren Pfarrer. Überall in der Gruppe werden – sogar noch im Jeep – die Fotoapparate gezückt um den perfekten Schnappschuss zu ergattern. Die wunderschöne Kirche liegt direkt am Fuße des Berges der Christus Statue, wo die ersten Sonnenstrahlen des Tages über die Berge Rios auf den Kirchenvorplatz strahlen.

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In unserem anschließenden all morgendlichen Gottesdienst auf dem Kirchenvorplatz sagt Pfarrer Andreas „Schon die Wüstenmönche wussten, dass man sich Fünf Minuten am Tag für sich nehmen sollte um innezuhalten“ und stimmt damit die Gruppe auf den heutigen Tag und den gleich im Anschluss beginnenden brasilianischen Gottesdienst ein.

Kurz darauf rücken wir in die Kirche ein und man spürt förmlich die südamerikanische Lebensart. Nicht nur, dass wir persönlich durch die Gemeinde eingeladen wurden, wir werden auch persönlich von Padre Manuel in seine Eröffnungsworte eingeschlossen und durch die Gemeinde mit Applaus begrüßt. Alles scheint sehr entspannt und familiär. Als wenig später gar das pastorale Funkmikrofon ausfällt wechselt Padre Manuel beiläufig die Batterien völlig selbstverständlich in absoluter Eigenregie. Dabei lässt er sich in keiner Weise ablenken und verliert zu keiner Zeit seinen Humor. Als zum Abschluss der Messe auch noch eine Tombola stattfindet und  ein Ehepaar zum Jubiläum einen Hochzeitssegen bekommt merkt jeder Einzelne von uns dass wir soeben Teil eines sehr lebhaften und lebensnahen brasilianischen Gottesdienstes geworden sind.

Im Anschluss an den Gottesdienst blicken wir andächtig auf die Christusstatue, die umringt von Wolken über Rio de Janeiro thront. Für viele von uns ist sie in diesem Moment  mehr als eine Touristenattraktion, zeigt sie doch dass obwohl Christus bei uns ist, die Gegensätze zwischen Arm und Reich überall spürbar sind. Kurz darauf fahren wir mit den Jeeps zur Favela Santa Martha wo wir bereits erwartet werden.

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In der Favela angekommen wird die dortige Armut für uns direkt sichtbar. Die Kinder spielen in Mitten der provisorisch gemauerten Hütten Fußball oder lassen durch Plastiktüten provisorisch gebaute Drachen steigen. Der beißende Geruch von Abwasser ist nicht zu verleugnen. Auch wenn durch die Dreharbeiten zu Michael Jacksons Musikvideo „They don`t care about us“ vor fast 20 Jahren diese Favela im medialen Fokus stand, die gegensätzlichen Lebensbedingungen sind geblieben. Und man spürt wie jeder Einzelne diese Eindrücke im Umgang mit sich selbst verarbeitet.

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